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Chronik

CCFF Langstrecke 2012

Beteiligte:
Didi & Tobi: Infusion
Florian & Paul: Capricorn
Otto & Malte: Wildcat
Klaus & Dieter: Wildcat
Kees & Gerard: C2
Björn & Thomas: Infusion
Tim & Britta: Hawk
Peter & Gianina: Wildcat

Bericht von Kees

Wir waren noch nie mit dem F18 in Dänemark unterwegs gewesen, und als wir im Internet gelesen hatten das es noch einige Plätze gab für die CCFF Langstrecke, dachten wir: warum auch nicht, 'how hard can it be'?

Also C2 eingepackt, Zelt (wo war das nochmal), Isomatte, und noch einiges an Bekleidung, obwohl man vorab weiß das Thermo-Unterwäsche völlig reicht... Und dann waren es nur noch 630 km von Monnickendam nach Flensburg. Obwohl Tim uns nicht kannte hatte er uns freundlicherweise eingeladen bei ihm zu übernachten, sehr nett und praktisch und auch gut für ihn, damit er sein Niederländisch ein wenig aufpolieren konnte.

Als wir am Donnerstag an den Strand kamen, war jeder schon fertig und eine Stunde später wir auch. Gästeflagge inklusive (da sind die Dänen angeblich total geil drauf) und auch richtig herum aufgehängt. Es zeigte sich, daß der ein oder andere sogar Probleme mit der Heimatflagge hat... Das wir dann einiges nicht so gut eingepackt hatten (Dänische Kroner und Jacke immer noch im Auto) war ja schlimm, weil ja jeder weiß, daß Thermo-Unterwäsche völlig reicht. Als letzte fuhren wir los mit schönen 4-5 Bft aus West, also ein einfacher Start.

An den Start kamen acht völlig unterschiedliche Teams, die wir vorstellen sollten:

Tim und Britta auf Tims gepimptem Hawk+, wobei wir sagen müssen das wir Britta's Schwester Sonja angeblich schon kannten...
Björn und Thomas mit einem Infusion MK2 "Ace of Spades", wobei wir sagen müssen das "Ace of Spades" mittlerweile keiner mehr kennt, Motörhead überhaupt nicht...
Otto und Malte, mit Gina W., wobei wir Gina immer noch nicht gesehen haben...
Klaus und Dieter, auf einem Wildcat, immer im laminaren Hochdruckgebiet,
Peter und Giannina auf der "Wild Apo", wobei es immer 'lente in de ogen van de apothekerassistente' ist...
Didi und Tobi auf der "Schmidt's Catze" aus Bremen mit ihrem Infusion und Fernweh zu ihre Trailerkiste in Holnis,
Florian und Paul, die beiden Pink Pussycatties, rosarot mit angeblich Cocktails auf ihrem Capricorn - die wir aber nicht getrunken haben...
Kees und Gerard, einfach Meilenfressend auf C2 und ganz wichtig, mit Seekarten
Und natürlich Geli in der A-Klasse + vollgepacktem Anhänger.

Die erste Etappe brachte uns nach Kegnæs, und nach kurzer Pause weiter nach Ærø. Tolle Strecke unter Spi, Champagne Sailing also. Ab und zu warten hat geklappt, schließlich war kein Begleitungsschiff dabei so dass wir ein Auge aufeinander halten müssen. Kurzer Stopp auf Ærø mit ein bisschen Brandung beim Lossegeln. Und dann weiter nach Svendborg, wo wir erstmal unter der Brücke durchgesegelt sind, und dann nochmal um in Rantzausminde einen sicheren Hafen zu finden. Die Dänen waren sehr nett und haben uns ihre Vereinsheim (Svendborg Sunds Sejlklub) und die gesamte Infrastruktur zur Verfügung gestellt, und da haben wir gegessen. Und nur ein wenig getrunken, weil jeder ziemlich müde war nach etwa 70 Seemeilen.

Am nächsten Tag erstmals ausführlich Frühstücken, wobei die unterschiedlichsten Typen die unterschiedlichsten Wurstsorten gegessen haben. So gab es Teewurst für die weicheren, mehr proseccoorientierten Segler und knallharte Salami für die Bikkels (=niederländisch für harte Kerle, Anm. Tim). Nach dem Frühstück fuhren wir dann wieder durch die Brücke. Der Wind war schwach und böig und um 11 Uhr schon etwas mehr als vorhersagt. Geplant war eine Runde um Langeland, aber als wir bei Thurø waren, war es schon ziemlich spät, so das ganz undemokratisch entschieden wird nach Süden zu segeln statt Norden. Unter der Langelandbrücke durch, wo Pink Pussy zeigte dass sie doch nicht zo weicheierig war, da sie eine direkt Konfrontation mit der Brücke nicht scheute (und später auch keine Angst vor dem Wasser hatten bei ihrer MOB Übung). Nach der Brücke frischte der Wind noch etwas auf und schnell waren wir in Marstal, wo die Hafeneinfahrt manche an Friesland denken lies, aber wir wissen nicht warum, weil da überhaupt nichts los war und es nirgendwo betrunkener Studenten gab. Nach einer kurzen Pause war dann Wegbeschreibungbesprechung und ganz undemokratisch entschieden wir nach Norden zu segeln statt Süden. Das war eine Kreuz von zwei Stunden, oder vielleicht mehr, aber ganz schön und mit 20 kn Wind statt der vorhergesagten 10 kn abnehmend. Unser Fazit war, daß die Vorhersage stimmte, nur der Ort nicht.

Noch eine Stunde später hatte sich die Mutter von Björns Stamaster komplett gelöst, so daß er plötzlich ohne Mast weiter musste. Das klappte natürlich nicht ganz, und wo wir in Holland einfach den Rettungsdienst anrufen, werden die beiden auf eine ziemlich unbewohnte Insel gespült, wo sie dann Expedition-Robinson-Mäßig den Mast aufrichten. Inzwischen hatte Tim einen Hafen gefunden wo er versuchte zu landen. Dass dauerte so lange, daß wir auch mal rein wollten. Gerade rechtzeitig schafften wir es aber wieder raus, denn die Einfahrt war winzig klein (im Nachhinein zeigte sich auf Google Maps das es rechts noch einen Hafeneingang gab..). Als Tim wieder auf dem Wasser war, hatten Björn und Thomas es auch wieder geschafft und konnten wir alle kurz vor Sonnenuntergang noch einen Strand zum Landen finden. Die Anwohner der Ferienhäuser wärmten uns die Spaghettireste vom Vortag auf, dann Essen und Zelten. Und wieder wenig Bier (wegen des Regens), da hatten die Deutschen die Holländer zum zweiten Mal enttäuscht. Wir dachten, die Deutsche schaffen locker zwei Fäßchen pro Abend.

Am dritten Tag schien die Sonne, aber keiner hatte es eilig los zu segeln. Immerhin musste gewartet werden bis die Bremer ihre Spezialschraube aus Holnis geholt hatten - ein Ruder reichte wohl nicht. Als wir nach dem Schlafen, Baden, Essen und Helfen eines Dänen mit Weihnachtsmannlook endlich lossegelten war wenig Wind und wenig Zeit übrig. Wir gaben ein bisschen Gas und nach drei Stunden waren wir in Fynshav, gerade bevor der Wind total weg war. Tim kochte Curry, Giannina ließ die Kerne in den Chilis und so war der recht scharf. Dieter und Britta waren in Neoprenanzügen erfolgreich auf Bierjagt gewesen, und zum dritten Mal war es ein gemütlicher Abend, aber wieder ohne diese Ausmaße an Alkohol die wir erwartet hatten.

Sonntag brachte erst wenig Wind und viel Sonne. Der Kurs war einfach: Um die Ecke zurück nach Holnis. Da wir noch eine weite Strecken fahren mussten, machten wir ein bisschen Tempo, was aber bei 2 Bft auch nicht richtig hilft. Erst als wir bei Kegnæs den Spi ziehen konnten und im Doppeltrapez standen, war die Vollgasstrecke in die Flensburger Förde eröffnet. Das gemeinsame Beidrehen und auf einander warten brauchten wir nicht und mit Sonne und Ost 3-4 war es ein hemmungsloses Rennen nach Holnis. Ein wenig später standen wir dann wieder am vollgepackten Strand. Schnell aufladen, um 16 Uhr losfahren, unterwegs noch mal das Wiedergutmachungsschnitzel, zum Glueck keine Staus mehr und um 1 Uhr wieder zu Hause.

Vielen Dank an Geli, Tim, Otto und alle Teilnehmern für ein supertolles Wochenende. Bis später!
Die fliegenden Holländer

GPS Track

Björns GPS Track, gespickt mit herrlichen Kommentaren findet Ihr hier.

Fotos

Von Peter.


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